„One Night in Paris“ oder Pixel-Art zwischen Louvre und Eiffelturm

Dass Paris künstlerisch einiges zu bieten hat, ist nichts Neues: Mit mehr als 160 Museen, rund 200 Kunstgalerien und irgendwas um die 100 Theatern kann man die französische Hauptstadt getrost zu den Top 5 der Kunst- und Kulturmetropolen der Welt zählen.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Als gewöhnlicher Feld-, Wald- und Wiesen-Tourist steht man sich hier in langen Schlangen stundenlang die Beine in den Bauch, nur um dann einen kurzen und verstohlenen Blick auf die Mona Lisa zu erhaschen. Freude kommt da keine auf…

Dabei muss man sich nicht unbedingt in schwitzenden Menschentrauben durch geschichtsträchtige Gemäuer quetschen, um in Paris Kunst hautnah zu erleben – es gibt sie im warten Sinne des Wortes an jeder Straßenecke. Und das auch noch umsonst!

Die Rede ist von der Pixel-Kunst des französischen Streetart-Guerillas Invader, der bereits seit 1998 Paris mit seinen Mosaikbildern verziert. Als Leinwand dienen ihm dabei Gebäude, Mauern und Statuensockel, bevorzugtes Motiv sind Charaktere aus dem Shoot-‚em-up-Klassiker Space Invaders – zum verwegen-coolen Streetart-Faktor kommt hier gleich noch der Nerd-Bonus dazu. Gefällt mir!

Wer sich hinter dem Namen Invader verbirgt, ist übrigens – wie auch bei anderen Streetart-Größen wie Thierry Guetta und Banksy – nicht bekannt. Irgendwie auch klar, schließlich handelt es sich bei den Kunstwerken dieser Herren laut Gesetz ja eigentlich um Vandalismus. Folglich werden viele seiner Werke auch schon nach kurzer Zeit wieder entfernt. Trotzdem hat er es inzwischen zu weltweiter Bekanntheit gebracht, denn nicht nur in Paris, sondern auch in Bern, Tokyo, Genf, Rom, Berlin, New York, Los Angeles und vielen anderen Städten kann man seine Kunst inzwischen finden.

Leider war ich, wie der Titel schon andeutet, am vergangenen Wochenende nur für eine Nacht in Paris und hatte auch noch einen verdammt vollenTerminplan, weswegen ich die Stadt der Liebe und des Lichts auch nicht so gründlich erkunden konnte, wie sie es eigentlich verdient hätte. Eine Handvoll seiner Pixel-Kunstwerke habe ich aber trotzdem entdeckt – siehe oben. Und mal ganz unter uns: Irgendwie gefällt  mir seine verpixelt-minimalistische Version der Mona Lisa fast besser als das Original!

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