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Das Maß ist voll – von DLC-Wahnsinn und Mogelpackungen

Evolve klingt für mich eigentlich nach einem der spannendsten Titel des noch jungen Jahres: In dem asymmetrischen Multiplayer-Titel tritt eine Gruppe aus vier Jägern gegen ein immer stärker werdendes Monster an. Klingt spannend, ist es sicher auch – und trotzdem habe ich Evolve nicht gekauft. Werde ich auch nicht. Denn mit seiner wahnwitzigen DLC- und Preispolitik hat Publisher 2K Games es geschafft, mich zu vergraulen. Und wer mich kennt, der weiß, dass das gar nicht so einfach ist.

Man muss allerdings dazu sagen, dass 2K Games das nicht allein geschafft hat. Ubisoft, EA und andere Publisher haben in den letzten Jahren bereits gute Vorarbeit geleistet und dreist ausgelotet, was die Spieler alles mit sich machen lassen: Kostenpflichtige DLCs, Premium-Modelle und Season-Pässe lassen grüßen. Dabei haben sie echte Pionierarbeit geleistet: Inzwischen kann man problemlos ein unfertiges Spiel auf den Markt bringen – der Day-One-Patch wird’s schon richten – und den Spielern die Hälfte der darin enthaltenen Inhalte extra verkaufen. Und wer nicht vorbestellt, guckt ohnehin in die Röhre. Alles nicht neu, haben wir alles schon gesehen. Aber steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein, und mittlerweile habe ich die Faxen gründlich dicke, wie man so schön sagt.

Evolve schießt den Vogel einfach ab: Knapp 60 Euro kostet das Spiel regulär. Die Standardfassung enthält allerdings nicht alle Inhalte, sondern nur drei von vier Monstern. Das vierte Monster ist Vorbestellern vorbehalten – oder schlägt mit 15 Euro zu Buche. Neue Jäger kosten etwa 8 Euro, Skins gibt es für 2 Euro (gut, meinetwegen, die sind ja nur Zierde und die braucht kein Mensch), weitere Monster sollen ebenfalls für 15 Euro erhältlich sein. Und alternativ gibt es natürlich noch einen Season Pass für etwa 25 Euro. Is klar… wer also das volle Paket haben will, zahlt mal locker 80-90 Euro und hat besser vorbestellt, sonst wird es teurer. Geht’s noch??

Nachdem ich diesen und ähnlichen Mist in den vergangenen Jahren bereits mehrfach mitgemacht habe, wird es nun Zeit für mich, ein Zeichen zu setzen… wenn auch nur ein winzig kleines, für mich selbst. Ich mache dieses Affentheater nicht mehr mit. Ab sofort kaufe ich nur noch Spiele, von denen ich wirklich überzeugt bin und bei denen ich sicher bin, sie unterstützen zu wollen. DLC-Wahnsinn, Mogelpackungen und Abzock-Praktiken gehören jedenfalls nicht mehr dazu. Und vielleicht – ja, nur vielleicht – folgen ja einige meinem Beispiel und zeigen den Publishern, woher der Wind weht. Denn irgendwann ist das Maß voll. Schnauze voll, ey! Echt jetzt!

3 Gedanken zu „Das Maß ist voll – von DLC-Wahnsinn und Mogelpackungen“

  1. Da bin ich ganz deiner Meinung. Genug ist genug. Das klingt ja schon fast wie ein Free-to-Play Konzept, nur muss man hier selbst für das Basispaket in die Tasche greifen. Ich werde deinem Beispiel folgen und mir Evolve nicht kaufen, auch wenn das Gameplay vielversprechend aussieht.

    Greetz,
    Tommy

  2. Aber hallo!
    Das ist auch meiner Meinung nach eine immer stärker wuchernde Unsitte, die mittlerweile ja auch erfolgreich (für die Publisher) auf die PC Sparte portiert wurde.
    Schliess mich da vollumfänglich an.
    @Tommy: Pay2play? 😉

    Ich hatte Evolve (PC) auch mal ein paar Tage getestet, muss aber sagen, dass das Gameplay dem Eyecandy nicht gerecht wird.

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